In den Arsch gefockt!

08.10.2011 16:12 von /cbx, derzeit 0.46541 Kommentare

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Es ist nicht die Frage, ob, sondern immer nur wann es passiert. Und diese Woche ist eine nicht unerhebliche Bombe (naja, vielleicht doch eher nur ein Party-Luftballon) geplatzt. Die dabei entstehende Druckwelle war immerhin so stark, dass sogar die Mainstream-Radionachrichten und Spiegelei-Online noch davon Wind bekommen haben. Und – nein, ich meine nicht den Heiligen Steve, dessen Auferstehung gemäß biblischer Gepflogenheiten in den nächsten Stunden zu erwarten wäre (wir bemerken, die pietätvolle Schonzeit ist vorbei!).

Ich referenziere viel mehr die Randnotiz, dass bei einem der größten Serverhoster in Deutschland, der Hetzner Online AG ein bitterböser Bösewicht durch ein offenes Scheunentor in die internen Netze eingedrungen ist und dort mal eben unbekannte Mengen an Kundendaten samt unverschlüsselter(!) Passwörter mitgehen hat lassen. Somit wäre es jetzt an mir, den GeneRantor anzuwerfen und heftigst auf die massiv unterbelichteten Vollkoffer bei Hetzner zu schimpfen. Noch dazu, wo unsere eigenen Server auch dort stehen.


[So oder so ähnlich…]

Allein, es will mir keinen rechten Spaß machen. So schlimm der Vorfall und seine möglichen Konsequenzen auch sein mögen, so wenig sind derartige Ereignisse per se ein Grund für Spott und Häme (naja, höchstens ein bissl). Wenn mich das Leben bisher etwas gelehrt hat, dann, dass jeder seinen Meister findet und Fehler letztlich unvermeidbar sind. Unverzeihlich ist es nur, sich vor den Konsequenzen der Fehler zu drücken und nichts daraus zu lernen.

In dieser Hinsicht macht Hetzner aber derzeit alles so richtig wie es nur möglich ist. Wir wurden bereits wenige Minuten nachdem ich darüber bei fefe gelesen hatte, per Mail über das Problem informiert. Hätte unser Greylisting das Mail nicht um über eine Stunde verzögert, wäre es sogar vor den ersten Meldungen bei uns aufgeschlagen. Seitdem wird man auf der Status-Seite oder per RSS permanent am Laufenden gehalten. Besser kann man auf einen derartigen GAU nicht reagieren – daran müssen sich alle anderen IT-Unternehmen messen lassen.

Deshalb werde ich den Provider auch nicht wechseln. Auch wenn die Verlagerung der Rechenzentren in den wilden Osten damals nicht meine Zustimmung gefunden hat, beeindruckt mich das Vorgehen in diesem Ernstfall doch so sehr, dass es mein Vertrauen eher noch stärkt. Denn – wie schon erwähnt – ich bin der Meinung, dass es jeden einmal erwischen wird, und wenn bei amazon.com Millionen von Kreditkartennummern gestohlen werden, wird sich zeigen, ob die damit auch sofort an die Öffentlichkeit gehen [hier bitte milde lächeln].

Falls sich jemand fragen sollte: Ich bekomme dafür kein Geld von Hetzner. Aber nehmen würde ich es natürlich…

/cbx, Kategorie: Schöngeistlos - Linux LeidenSchaf(f)t

 

Eigener Senf dazu?

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