Warum Server einen Namen haben

25.10.2013 17:12 von /cbx, derzeit 2.7454 Kommentare

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Die Frage, warum Server so oft einen sprechenden Nahem haben, erschließt sich normalerweise ohnehin sofort. Man erleichtert sich das Leben ganz enorm, wenn man diverse Geräte an unterschiedlichen Orten mit einem leicht merkbaren Namen assoziieren kann. Deshalb tragen auch unsere Server seit Anbeginn der Zeitrechnung (also dem Jahr 2000) schöne Namen wie Aruba, Bonaire, Curacao, Dominica und demnächst wohl Fiji. Eifrigen Lesern werden zumindest curacao und dominica nicht gänzlich unbekannt sein.

Allerdings sind meine (verbliebenen) Leser mnicht die einzigen, denen die Namen unserer Server bekannt sind. Heute bekamen wir dieses Spam-Mail:


[Was ein fleißiger Server ist…]

So weit ist es also inzwischen gekommen. Nachdem vor einiger Zeit unser Hund ohne Auftrag und Zustimmung der Geschäftsleitung diverse Bestellungen getätigt hat und deshalb entlassen wurde, rücken nun unsere Server in die Position der Amok laufenden Mitarbeiter auf. Demnächst – da bin ich mir fast sicher – wird Frau Dominica Amadyne auch nach einem freundlichen persönlichen Gespräch irgendwelchen nutzlosen aber teuren Scheiß bestellen. Ich bin schon gespannt, was das sein wird. Wer jetzt aber “Idioten!” gedacht hat, liegt falsch. Dem Plan wohnt nämlich eine subtile Perfidie inne:

Wie will ich denn einen Server für seien Verfehlungen entlassen?

/cbx, Kategorie: Netz Dschungelcamp - Schöngeistlos

 

Eigener Senf dazu?

  1. The Angry Nerd gab am 26. Oktober 2013, 01:13 folgenden Senf dazu:

    Ja, wenn man eher wenige Kisten hat, dann sind richtige Namen was Tolles. Wenn man zu viele hat, sind Namen in Richtung “linweb-05-02” wesentlich handhabbarer, aber auch seelenlos.

    Aus persönlicher Erfahrung, mit Quellcode, Rechnern und anderen Dingen, bin ich auch überzeugt, dass Phil Karlton zumindest damit recht hatte, das “naming things” schwer ist – und ich hoffe ich muss nie herausfinden, ob er mit “cache invalidation” auch richtig lag.

    Glücklicherweise kann ich meinen privaten Park noch so gut überschauen, dass “naming things” ein spassiges Problem ist, mit dem man viel Zeit totschlagen kann.

    Geräte, die mit ins Schlafzimmer genommen werden, bekommen dabei weibliche Namen, die tendenziell plausibel für eine Schreibkraft klingen. An der Namenswahl ist die beste Frau der Welt dabei beteilgt. (Für ihre Büchsen wünscht sie sich so langweilige Namen wie “George”.)
    Zentrale Büchsen bekommen wohlklingende, japanische Frauennamen. Nicht so zentrale Büchsen bekommen sprechende japanische Namen – möglichst weiblich. Hostnamen für Büchsen mit AMT, die eine eigene IP und einen eigenen DNS-Eintrag für AMT haben, bekommen wieder andere japanische Namen.
    Da Drucker langweilig sind, bekommen die einfach ihre Modellezeichnung als Namen.

    Und du hast damit recht, dass man Server schwer entlassen kann. Allerdings hatte SGI vor langer Zeit eine bahnbrechende Idee dazu, wie man einen Server degradieren kann: Espressigo
    Ich kenne sogar eine Dominica, die zeitweise als Kellnerin in einem Café gejobbt hat. Soweit würde also alles passen. Wenn Dominica danach immer noch Mucken macht, kannst du ja auch noch den HTCPCP-Daemon deaktivieren. (Hinweis für arglose Leser: RFC 2324)

    /cbx meint dazu:

    Sorry Du, da ist bei mir jetzt nach der Hälfte des Textes die Triggerwortklappe gefallen. «Zentrale Büchsen bekommen wohlklingende, japanische Frauennamen.» Na wenn das keine maskulistische Kackscheisse ist. Nicht nur, dass Du jene, die rund um die Uhr 24/7 für Dich ackern respektlos als Büchsen (i.e. weibliches Genital) bezeichnest, nein, Du gibst ihnen auch noch japanische Frauennamen, wo jedes normale perverse Männerschwein auch noch sofort an Bukkake denkt.

    Na? War das nicht schon recht authentisch?

    Davon abgesehen: Die Espressigo kannte ich noch nicht. Geil!

  2. The Angry Nerd gab am 26. Oktober 2013, 14:31 folgenden Senf dazu:

    Neinneinnein, das verstehst du falsch. Das ist völlig antisexistisch. Hör mit dem Präjudizismus auf!

    Warum sollte ich das, was die eigentliche Arbeit verrichtet, nach Männern benennen, wo wir doch wissen, dass die Leistungsträger der Gesellschaft primär Frauen sind?
    Auch ist der Rechner- und VM-Park offensichtlich ein Matriarchat. Der Domänencontroller, der die völlige Gewalt über jedwede Authentifizierung besitzt, ist weiblich. Die Frauenquote liegt insgesamt bei etwa 85%. Nur niedrige Dienste und Geräte mit niedriger Rechenleistung (Drucker) sind nicht weiblich. Dazu ist die Verwendung ausländischer Namen ein gezieltes Symbol interkultureller Offenheit und Toleranz.

    Und was Büchsen angeht dachte ich, dass es derzeit hip sei den männlichen Phalluskult zu parodieren: http://stuffler.de/cuterus/

    Und ja, SGI hatte einige wirklich geile Sachen. Neulich habe ich auch einen der Indy-Koffer gesehen. Kurz danach war mein Geldbeutel dünner…

    /cbx meint dazu:

    Ja, das ist ein gefährliches Terrain - man wird so leicht missverstanden. Deshalb habe ich meine Serverinnen alle nach harmlosen Inseln benannt.

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