One more toy for a boy

03.07.2014 19:55 von /cbx, derzeit 1.6098 Kommentare

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Ja nun, was soll ich schreiben? Genau heute sind höchst invesitgative Ermittler wohl darauf gestoßen, dass in diesem unserem Lande nicht nur unsere geliebte Frau Kanzlerin von der NSA verdächtigt und umfassend bespitzelt wird, sondern sogar noch ein zweiter Bundesbürger, nämlich der Student Sebastian Hahn aus Erlangen (immerhin nicht Bielefeld). Ja! Wirklich! Noch einer!

Und unsere Medien servieren diese eierzerquetschend hahnebüchene Story (→“seine IP-Adresse steht im XKeyscore Sourcecode” ARGH!) mit einer Nonchalance, die keinerlei Zweifel daran lässt, dass uns die herrschende Kaste als sowohl strunzdumm als auch vollkommen abgestumpft einschätzt – und damit wohl auch vollkommen recht hat.

Derweil bombardiert Israel wieder ein bisserl herum, während ein paar Kilometer weiter eine neu formierte Truppe von heldenhaften Freiheitskämpfern – ausgerüstet mit hochwertigen Waffen aus westlicher Herstellung – dabei ist, weite Teile der von “unseren” Friedensinitiativen hinterlassenen verbrannten Erde in ein neues Kalifat zu verwandeln. Und unsere amerikanischen Freunde lassen – so zur Abrundung – mal wieder die Entwürdigungsprozeduren verschärfen, die man über sich ergehen lassen darf, wenn man versucht, per Flugzeug in God’s Own Country zu gelangen.

DAX und Dow Jones hingegen schwingen sich zur selben Zeit in nachgerade unvorstellbare Höhen. Es ist also jederzeit mit massiven Eruptionen von Milch und Honig zu rechnen.

Und ich? “Well, I shrugged…”


[Nackt und ausgezogen: Meine neue Schönheit “Fiji”]

Nur gut, dass auf meinen Schultern keine Erdkugel lastet. So passierte darauf hin einfach überhaupt nichts und nachdem ich meine Schultern ausreichend habe zucken lassen, beschäftige ich mich – quasi im Angesicht der Apokalypse mit einem Projekt, das ich mir selbst schon vor langer Zeit wie die sprichwörtliche Karotte vor die Nase gehängt habe.

Ja, es handelt sich dabei um die Montage und Inbetriebnahme der im Begleitbild dargestellten Blechkiste. Dieses mit rund 1000€ weitaus teuerste jemals im Hause AMADYNE eingesetzte Rechnersystem wird unser neuer Hauptserver, für den ich schon vor knapp zwei Jahren den einprägsamen Namen “Fiji” gewählt habe (so langsam gehen mir die Inseln aus). Er tritt in eine Reihe mit seinen weiterhin aktiven Vorvätern Aruba, Bonaire, Curacao und Dominica.

Ja, da fehlt ein Name mit “E”. Das ist Absicht und soll den großen Sprung verdeutlichen, den ich mit dieser Hardware zu tun beabsichtige. Nachdem ich bis jetzt immer etwas hochwertigere Workstation-Technik präferiert habe, wollte ich diesmal mit echter Server-Hardware arbeiten.

Als guten Anfang habe ich ein Intel-Serverboard mit C206-Chipsatz, Xeon E3-1220 und 16GB ECC-RAM aufgeboten. Das System bootet innerhalb von 10 Sekunden ein sehr schlankes Linux-3.12 von einer 120GB SSD. Erstmals habe ich bei diesem Projekt auch meine Abneigung gegenüber RAID überwunden und aus vier WD Re Platten ein RAID-5 mit 6 TBytes aufgebaut. Immerhin bieten die Re-Typen eine um den Faktor 10 geringere Fehlerwahrscheinlichkeit als Consumermodelle und eine MTBF von 1.2 Millionen Stunden. Damit sollte das Array schon ein paar Monate laufen. Die ebenfalls von diesem Server exportierten Home-Verzeichnisse hingegen liegen auf einer 200GBytes großen SSD, die per SATA-6G angebunden ist.

Die Hardware läuft inzwischen schon mal. Jetzt muss ich nur noch die umfangreichen Nebenkriegsschauplätze (NFS, SMB, NIS, Web, Mail und tausend kleine Skripte) in der Software sauber abhandeln, dann steht einem Wechsel auf die neue Hardware kaum noch etwas im Wege.

Naja, eines doch. Die Kiste ist doch – wie es sich für einen zünftigen Server gehört – anständig laut und wird wohl erst dann in Vollbetrieb gehen, wenn der Serverraum in unseren neuen Büroräumlichkeiten verfügbar ist. Und wann das passiert….

Ich werde auf jeden Fall weiter berichten.

/cbx, Kategorie: Linux LeidenSchaf(f)t -

 

Eigener Senf dazu?

  1. The Angry Nerd gab am 4. Juli 2014, 02:49 folgenden Senf dazu:

    Ah, endlich kann ich Dir wieder mit meinen Kommentaren die Zeit stehlen :p

    Bist Du eigentlich Ayn Rand Fan, oder war die Anspielung außerhalb der Reihe?

    Persönlich bin ich bei Platten für Verbünde dem Zeitgeist schon lange voraus und achte da strikt auf Diversity-Quoten. Gleiche Festplatten müssen zeitgleich ausfallen können ohne die Redundanz zu gefährden, besser noch alle Platten eines Herstellers. Gar nicht mal nur, weil ich Angst vor einem zweiten Ausfall während des Rebuild hätte, der unwahrscheinlicher wird, wenn man nicht ähnliche Verschleißgrade annehmen muss, sondern auch wegen Dingen wie Firmwarebugs in den Festplatten.
    Ich bin auch kein Freund von RAID5, das liegt aber zum größten Teil daran, dass mir Ersatzcontroller immer zu teuer waren. Irgendwann wäre das aber auch günstiger als meine irrationale Liebe zu RAID1…

    Das mit der Lautstärke überrascht mich übrigens ein wenig. Der Größe nach ist das ja keine Familienpizza (1HE). Und die neueren Büchsen von Dell, HP und Co in 2HE und mehr sind eigentlich allesamt ziemlich ohrenfreundlich – zumindest die, die ich gesehen und gehört habe. So ein R720 ist erstaunlich nahe an der Schreibtischtauglichkeit.

    Was die Börsenkurse angeht frage ich mich aber langsam auch, wann ich meine Daxanleihen verkaufen und dafür physisches Gold in kleinen Stückelungen holen soll. Die Sache mit der Überwachung ist meiner Ansicht nach durch. Die Leute begreifen es nicht, weil die Gefährdung für den Einzelnen zu abstrakt ist, um gegen den Konvenienztrieb zu gewinnen. Bevor es kracht merkt keiner was, dafür ist dann aber das Gejammer groß. Mir scheint das für die ganze westliche Kultur zu sein wie bei einem kleinen Kind: Beteuerungen hinsichtlich Freiheit und Demokratie und der Wichtigkeit und Gefährlichkeit gewisser Dinge helfen nicht, auch nicht vom Großvater, der es anders erlebt hat, nein, die Einsicht kommt in genau dem Moment, in dem die Schere im Auge landet. Und der Sohn lernt dabei nicht für den Enkel.

    /cbx meint dazu:

    Hm, das war ja klar. Welch ein Rundumschlag. Ich bin absolut kein Fan von Ayn Rand, aber weil derzeit irgendwie jeder Honk damit herum wirft, habe ich mir gedacht, hier nicht hintan stehen zu dürfen.

    Zum Thema RAID habe ich mir im Vorfeld mehr Gedanken gemacht als DU glauben wirst - auch Deine Überlegungen zur Diversity sind ja nicht gerade neu. Trotzdem habe ich mich dann für ein madm-Software-RAID-5 mit identischen Platten entschieden, weil ich mit den WD Re bisher sehr gut gefahren bin und bei unserer 5-fachen Backup-Strategie nicht so wahnsinnig viel schief gehen kann.Außerdem werden bei mir die Platten normalerweise ohnehin nach 25.000 Stunden getauscht.

    Die Lautstärke ist freilich subjektiv, aber lauter als unsere quasi unhörbaren Workstations ist das Ding schon. Außerdem will ich die 19"-Büchse nicht unter meinem Schreibtisch stehen haben.

    Und bezüglich Gold: Vielleicht solltest Du Dir besser ein Stück Acker kaufen?

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