Das war eine Woche voll Glück!

29.03.2015 13:06 von /cbx, derzeit 3.11856 Kommentare

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Na? Kurz gezuckt? Hat der gerade wirklich geschrieben, die vergangene Woche sei eine Woche voll Glück gewesen? Wie kann er nur? Wo doch 150 Menschen sinnlos hingemeuchelt wurden! Also so richtige Menschen, mit der richtigen Hautfarbe, Muttersprache und Leitkultur. Da muss man doch betroffen, erschüttert und [passende Adjektive einfüllen] sein!

Zugegeben, es hat mich auch ein bisserl gegruselt, als ich am Dienstag erfahren habe, dass ein deutsches Flugzeug einfach so vom Himmel gefallen sein soll. Aber das ist ja inzwischen glücklicherweise entschärft, nachdem die Qualitätsmedien inzwischen zweifelsfrei festgestellt haben, dass kein technischer Defekt, sondern nur ein ausgetickter Psychopath diese Menschen vorsätzlich umgebracht hat. Da können Airbus und Lufthansa ja aufatmen – und die Aktienkurse erst!

Zynisch? Vielleicht. Aber zynischer als die Witwenschüttelei, die sich unsere hochgelobten Qualitätsmedien gerade von der Palme wedeln? Wohl kaum. Aber da wollte ich jetzt eigentlich gar nicht hin…


[Wo Rauch ist… Das graublaue Blechdings unten im Bild ist übrigens unsere Halle.]

Was mich (neben dem Thema im zweiten Teil dieses Textes) bewogen hat, kurz aus meiner Blogkatatonie zu erwachen, sind die dummdreisten Forderungen, die jetzt von allen Seiten erhoben werden, um solche Tragödien in Zukunft zu vermeiden. Man müsse die Piloten noch viel häufiger und noch viel, viel gründlicher screenen, damit diese Menschen, die doch andauernd eine derart enorme Verantwortung für so viele Menschenleben tragen fürderhin noch besser funktionieren. Die hirnrissigsten der Hirnrissigen versteigen sich sogar zu noch kreativeren Lösungsvorschlägen, während ein absolut offensichtlicher und ganz wesentlicher Punkt von keiner Seite bisher auch nur gestreift wurde.

Was ist eigentlich mit – beispielsweise – Busfahrern? Ein Amok laufender Busfahrer kann genau so eine stattliche Opferbilanz erzeugen. Dabei sind weltweit sicher mehr Menschen täglich im Bus unterwegs und der gemeine Busfahrer ist mit Sicherheit wesentlich weniger gründlich ausgebildet, weniger intensiv überwacht und schlechter bezahlt als der gemeine Pilot. Wer mit diesem Gedanken im Kopf beim morgendlichen Einstegen in das Gesicht seines Busfahrers blickt, könnte da schon mal ernstlich um sein Leben fürchten.

Dort allerdings endet die Tragödie um Verantwortung noch lange nicht. Jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit liegt mein Leben in den Händen unzähliger wildfremder Menschen, die mit einem einzigen gröberen Fehler meiner körperlichen Unversehrtheit erheblichen Schaden zuführen können. Jedes Überholen eines LKW liefert mein Leben (und meine Gesundheit) einem unbekannten Menschen aus. Einem Menschen, der, wie rund 100% aller Menschen keinerlei rigoroser Kontrolle unterliegt. Man bezeichnet das gemeinhin als allgemeines Lebensrisiko und arrangiert sich damit. Naja, egal. Seit Donnerstag höre ich aktiv weg, wenn es um den Flugzeugabsturz geht.

Schnitt.

Am Dienstag Abend habe ich meinem Zentralgestirn in einem Mail diese Zeilen geschrieben:

Heute war ein Glückstag für mich, denn
1) sind wir nicht abgebrannt,
2) bin ich nicht abgestürzt und
3) geht es allen die mir wichtig sind gut.

Da war nämlich noch so etwas, was mich – und nicht nur mich – am Dienstag doch ziemlich beschäftigt hat. Keine 100m neben unserer Halle wütete an diesem Tag einer der beeindruckendsten Großbrände, die Bühl seit vielen, vielen Jahren gesehen hat. Davon abgesehen, dass ein solcher Riesenauflauf ohnehin schon für erhebliche Irritation und Ablenkung gesorgt hat, ist in mir dabei auch noch eine meiner letzten Kindheitsphantasien zerbrochen.


[…ist oft auch Feuer]

Ich hatte immer gedacht, dass so ein Feuerwehreinsatz ein Ausnahmezustand wäre, in dem jeder versucht, so schnell wie möglich und so gut wie möglich zu helfen. Jetzt hingegen weiß ich, dass auch ein Feuerwehreinsatz primär ein bürokratischer Verwaltungsakt ist. Ich hatte kurz nach halb Neun die dicke schwarze Rauchsäule über der benachbarten Halle entdeckt, da war die Feuerwehr schon alarmiert, aber noch nicht vor Ort. Und obwohl die Firma BOSCH rund 200m weiter eine stattliche Werksfeuerwehr stationiert hat, traf die erst viel später ein, nachdem die Feuerwehr Bühl sie offiziell zur Unterstützung angefordert hatte. Und die Bühler Wehr selbst war immerhin schon eine viertel Stunde nach der Alarmierung vor Ort. Also nicht, das da noch was zu retten gewesen wäre, aber fünfzehn Minuten sind schon eine verdammt lange Zeit…

Und deshalb war der Dienstag für mich (und für rund 100% meiner Mitmenschen) ein Glückstag. Nur sind wir meistens nicht in der Lage (oder willens), das auch zu erkennen…

/cbx, Kategorie: Schöngeistlos - Rant & Grant

 

Eigener Senf dazu?

  1. Peter Suxdorf gab am 30. März 2015, 07:50 folgenden Senf dazu:

    Hast Du jetzt ernsthaft auf Emma verlinkt? Bah, Du Ekelhafter…
    Zum Rest halte ich mich raus, hat schon genug Krach geschlagen, da ich mal wieder – wie so oft – anderer Meinung als der Mainstream war. Zu Deinem Glück eben nicht abgebrannt zu sein “Herzlichen Glückwunsch”

    oder mit den Worten der Monty Python Truppe: “Da haben wir aber noch mal Glück gehabt”

    /cbx meint dazu:

    Hätte mich aber schon interessiert, was Du dazu zu sagen hast...

  2. Peter Suxdorf gab am 30. März 2015, 15:24 folgenden Senf dazu:

    Eine Quote ist einfach nur albern.
    Es werden nach Einführung der Quote ALLE Frauen, die in Führungspositionen gelangt sind anhand der Quote eingemessen und nicht nach Ihrer tatsächlichen Qualifikation. Es schadet also in dem Sinne ausschließlich den Frauen, die aus eigener Kraft und Anstrengung den Weg gefunden haben. Btw gibt es immer noch keine Quotenforderung bei der Müllabfuhr, den Minenarbeitern sowie der unterirdischen Fäkalienentsorgung…

    Zum Absturz. Ich finde es unerträglich, daß ein französischer Staatsanwalt mal eben so die Idee des Selbstmordes absondert und der Fall ist damit abgeschlossen. Jedenfalls für den Mainstream. Ein Flieger auf Kollisionskurs mit Terrain haut eine dermaßen laute Warnmeldung raus, daß das “ruhige” Atmen des Kopiloten sicherlich alles ist, aber nicht auf dem Voicerekorder zu hören. Wie man daraus einen Selbstmord ableiten kann entzieht sich meiner Kenntnis.

    Desweiteren sollen drei französische Kampfflugzeuge in unmittelbarer Nähe zum Zivilflieger gewesen sein. Der Bericht über den Blick eines Kampfpiloten in das Cockpit der Linienmaschine ist bitte wo?

    Letztendlich finde ich es sehr traurig, aber auch durchaus spannend, daß aufgrund der Türverriegelung des Cockpits, ausgelöst durch die angebliche Entführung vierer Linienmaschinen 2001 von teppichmesserbewaffneten Arabern, es nun mehr tote Deutsche durch Antiterrormaßnahmen gibt als durch Terrormaßnahmen der üblichen Verdächtigen.

    /cbx meint dazu:

    Achsooo...

    Da gehe ich zu 99.7% mit Dir konform. Was Frauenquoten betrifft, da halte ich mich mit Aussagen inzwischen auch zurück. Wenn der Heilige Feminismus es will, dass Frauen jetzt Dinge studieren und arbeiten sollen, die sie freiwillig nicht wählen würden (jetzt eher so MINT, nicht Kanalarbeiter), dann ist das derzeit eher deren Problem als unseres, Und mittelfristig bin ich tot, dann jucken mich die Folgen nicht mehr.

    Die forsche Aussage des Staatsanwaltes hat auch mich zu der Vermutung geführt, dass da entweder etwas sehr Eindeutiges zu hören war oder etwas ziemlich Anderes passiert ist... Macht nix - wir werden es nie erfahren.

    Und zum letzten Absatz schrieb fefe so schön: "Wenn sich also die Geschichte so bewahrheitet, wie sie gerade aussieht, dann hat es in Deutschland mehr Tote durch Antiterrormaßnahmen als durch Terrorismus gegeben." Nicht ganz richtig ("in Deutschland") aber sehr schön formuliert...

  3. The Angry Nerd gab am 31. März 2015, 04:46 folgenden Senf dazu:

    Aber aber aber, meine Herren. Unterschlagen Sie da etwa die zweiunddrölfzig Terroranschläge mit jeweils hunderten Toten, die durch diese Maßnahmen verhindert wurden? Wir erfahren sicher nur aus Gründen der nationalen Sicherheit nichts davon. Ganz sicher.

    Das mit den Frauenquoten sehe ich mittlerweile auch etwas entspannter. Langsam aber sicher wird der Unsinn so offenbar und so penetrant, dass es auch der Dümmste merkt. Das kann nicht lange gut gehen. Die Verlierer werden vermutlich in 10 Jahren die normalen Frauen sein. Quotenpositionen gibt es nicht einmal für ein Promill und dem Rest wird man deren Versagen mit anlasten.
    Mit ein wenig Glück kommt man danach auf den Trichter, Menschen nach dem zu beurteilen was sie sind, nicht nach irgendeiner Zugehörigkeit zu einer heterogenen Großgruppe. Ansonsten kann man schon gespannt sein, was nach “Rasse” und Geschlecht kommt. Händigkeit und Haarfarbe hatten wir schon, Zungenrollen wäre noch ein Kandidat.

    Ansonsten Glückwunsch, /cbx. Da bist Du dem Tod, dem finanziellen Ruin oder dem Wahnsinn, sich mit einer Brandschutzversicherung über die Schadenregulierung zu streiten, ja allen nochmal von der Schippe gesprungen.

    /cbx meint dazu:

    Ja, das ist schon schade, dass wir kaum jemals erfahren, vor welchen absolut tödlichen Bedrohungen wir immer wieder gerettet werden, nur um uns nicht zu beunruhigen. Denn nichts läge den Machterhaltern ferner, als das gemeine Wahl- und Zahlvieh beunruhigen zu wollen...

    Ich denke auch, dass die schlimmsten Auswüchse der Mainstream-Gender-Mainstreaming-Religion an mir vorüber gehen werden. Wobei: Ich würde hier immer noch eine Frau einstellen - falls sich denn jemals eine bewerben würde...

    Und ansonsten habe ich dem Heiligen Florian ein Kerzerl gespendet :-)

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