Fordern und fördern

14.03.2010 12:07 von /cbx, derzeit 2.14824 Kommentare

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Schon mal gehört? Gar gelesen? Angesichts unseres laufenden Experiments und des unerträglichen Vakuumgeschwurbels diverser Westerwellen, Sarrazinen und anderer polternder Blödbeutel (ich verwende hier absichtlich einen harmlos-liebevollen Begriff) geht mir diese hohlgebohrte Leerlaufphrase überhaupt nicht mehr aus dem Kopf – genau so wie der dazu passende Ahoi Polloi Cartoon.

Ich bin ja, was die deutsche Sprache betrifft, ein wahrer Barbar, kann meine Gedanken durch kaum mehr als zusammenhangsloses Stammeln artikulieren und stehe den (128138194fach revidierten) Regeln der Orthografie und Grammatik bestenfalls tolerant-ignorant gegenüber. Dennoch habe ich eine sprachliche Eigenheit entdeckt, die in der Booleschen Algebra (die mir eher vertraut ist) keine Entsprechung hat. Die Booleschen Algebra kennt ein Exklusiv-Oder, die (deutsche) Sprache hingegen kennt ein (von mir) so genanntes Exklusiv-Und. Beide Konstruktionen definieren einen gegenseitigen Ausschluss, beispielsweise:

  • Tag und Nacht
  • Heiß und kalt
  • Groß und klein
  • Alt und jung

Es ist entweder Tag oder Nacht, entweder heiß oder kalt… Den Rest bitte selbst ausfüllen und im Kommentarbereich einreichen.

Genau dieses Exklusiv-Und finden wir auch im Titelsatz wieder. Damit gilt:

  • Fordern und fördern

heißt algebraisch korrekt

  • Fordern XOR fördern

und damit praktisch

  • Fordern statt fördern.

Und schon wird klar, dass dieser Leitsatz schon immer die Hartz-Strategie präzise wiedergegeben hat – ich war nur mal wieder zu blöd, ihn zu verstehen.

Und hier geht’s weiter.

/cbx, Kategorie: Schöngeistlos - Hartz-IV Tagebuch

 

Kommentare (anyone?)

  1. Thora gab am 14. März 2010, 20:00 folgenden Senf dazu:

    Tag und Nacht sind zwar Gegensätze aber alt und jung müssen zusammen halten um die Welt zu retten! Sprache hat eine andere Logik, dies habe ich bei meinen russisch Hausaufgaben auch schon gemerkt: In Russland sagen die Leute niemals nicht und meine damit wirklich nicht als Betonung, während die Deutschen aus der doppelten Verneinung eine Bejahung machen. Dies kann gerade in einer deutsch russischen Ehe zu interessanten Situationen führen… ;)

  2. cbx gab am 14. März 2010, 20:11 folgenden Senf dazu:

    Dir ist aber schon klar, dass das dramaturgisch nötig war, oder ;-)

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