Red Button #4

29.04.2010 19:54 von /cbx

The red button In den letzten Wochen bin ich im Gschäft über einen weiteren umtriebigen Geschäftsmann gestolpert worden. Es handelt sich hierbei um den – in der Szene seit Jahren bekannten – Betrüger Alexander Hennig, der aktuell mit der Seite http://www.hypersoftware.de/ (Vorsicht! die Falle ist noch geladen!) arglose Zeitgenossen in die Abofalle laufen lässt.

Das Strickmuster ist so alt und so einfach, dass es mich wundert, wie immer noch Leute darauf hereinfallen können. Die Seite bietet frei (frei auch im Sinen von “Freibier”) verfügbare bzw kostenlose Software wie z.B. Firefox, OpenOffice oder den Adobe Reader zum Download an. Im Gegensatz zu den (von mir verlinkten) Originalseiten fordert HyperSoftware allerdings die Eingabe von Name, Email- und Postadresse an, worauf wenige Tage später eine Rechnung über 84€ für das damit geschlossene Abonnement eintrudelt.

Wie bereits geschrieben: Dieser Dünnbrett-Arschbohr-Azubi bietet hier Daten an, die auf der “Herstellerseite” kostenlos und ohne lästige Fragen verfügbar sind. Weigert man sich, sofort zu zahlen und antwortet mit einem der gängigen Musterbriefe, folgen immer bedrohlicher klingende Emails (Wie meistens diese Fälle in es nicht ist wirklich gutem Deutsch):

Sehr geehrter xxxx xxxx,

vielen Dank für Ihre postalische Mitteilung vom xx.xx.2010.

Sie haben sich nachweislich am xx.xx.2010 xx:xx:xx Uhr auf unserer Internetseite www.hypersoftware.de über www.hypersoftware.de/download/3/ angemeldet. Wir haben den Aktivierungslink und die Zugangsdaten an Ihre E-Mailadresse geschickt. Diesen Aktivierungslink haben Sie bestätigt. Daher haben Sie nachweislich den Zugang genutzt. Sie sind einen rechtsbindenden Vertrag eingegangen. Folgende Daten haben Sie bei dem Bestellvorgang unserer Dienstleistung hinterlegt:

Vorname: xxx
Nachname: xxxx
Strasse und Nr: xxxxxx x
PLZ und Ort: xxxxx xxxxx
Land: Deutschland
E-Mail-Adresse: xxxxx@nowhwere.com

Des Weiteren haben Sie unsere AGB, die Datenschutzerklärung und die Widerrufsbelehrung akzeptiert.

Bei Ihrer Anmeldung haben wir aus Sicherheitsgründen Ihre IP-Adresse und Ihre Providerkennung gespeichert. Dadurch ist es möglich den Verursacher dieser Anmeldung zu ermitteln. Sollten Sie den Verdacht haben, dass Dritte Ihre Namen und Anschrift missbraucht haben, teilen Sie uns das umgehend mit! Wir werden dannstrafrechtliche Schritte unter Angabe der oben stehenden Daten einleiten.

IP-Adresse: xxx.xxx.xxx.xxx
Providerkennung: xxxxxxx.provider.de

Die Nutzungsgebühr auf www.hypersoftware.de ist nach §1 Abs. 6 PAngV eindeutig zugeordnet und deutlich lesbar gestaltet. Des Weiterem wurde die Wahrnehmung der Nutzungsgebühr zu keinem Zeitpunkt verändert oder getäuscht, etwa durch Ablenkung oder Irreführung der Nutzungsgebühr.

Da seit ihrer Anmeldung mehr als 14 Tage verstrichen sind, steht Ihnen kein Widerrufsrecht mehr zu.

Bitte begleichen Sie deshalb die 84 EUR innerhalb der Frist. Sollten Sie der Zahlung dennoch nicht nachkommen, müssen Sie mit einer Mahnung und/oder die Beauftragung, sowie Schreiben unserer Anwaltskanzlei rechnen. Dadurch entstehen Ihnen weitere Kosten.

Das klingt schon mal recht respekteinflößend. Das sollte bisher aber nur die zweite Stufe sein. Jetzt habe ich meinem Kollegen entspanntes Abwarten verordnet. Wir werden sehen, welche verbalen Steigerungsformen noch eintreffen werden. ich werde dann zeitnah dokumentieren.

Mein Tipp an alle, die sich hier her vergoogelt haben und in einer ähnlichen Situation stecken: Einfach nicht reagieren, völlig egal was diese Hohlpfosten an Wortgewalt auffahren. Nach menschlichem Ermessen und allen bekannten Erfahrungen kann dabei am wenigstens passieren. Sollte in unserem Fall wider Erwarten etwas anderes passieren, werde ich natürlich auch darüber berichten.

Was bei mir allerdings den Red Button Reflex auslöst, erschließt sich mit dem Durchstöbern der knapp 40000 Suchergebnisse für “Alexander Hennig Betrug”. Der Mann ist nämlich seit Jahren in diesem Metier tätig, zockt zig-tausende von naiven Menschen ab und läuft immer noch frei herum.

Bei Arschkübelköpfen dieser Machart müssten ein paar kräftig gebaute Herren handgreiflich klar stellen, dass diese Art des Broterwerbs mit den etablierten Regeln menschlichen Zusammenlebens nicht kompatibel ist. Und das so qualvoll und schmerzhaft wie möglich.

Ob ich hier zu einer Straftat aufrufe? Natürlich! Diese wird auch sicher stattfinden, denn die Millionen Leser dieses Blogs sind alle ganz gierig darauf, alles zu tun, was ich hier befehle (Vorsicht! Dieser Satz könnte Ironie enthalten haben!).

Trotzdem würde es mich nicht wirklich wundern, wenn dieser schwanzlose Schwanzlurch mich für den letzten Absatz in große juristische Probleme bringt während er weiter großartig an seiner Betrugsmasche verdient. Die blinde Justitia lässt ja bisweilen doch etwas an Augenmaß vermissen.

Aber vielleicht darf ich im Gefängnis weiter bloggen (wie Airen!)

Update: Hier geht’s weiter

/cbx, Kategorie: Andere Betrüger - Rant & Grant


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