[Kleiner Tipp für Quereinsteiger: Text könnte Ironie enthalten! Vorher “Tatort Internet auf RTL-II ansehen]
Bremen. Es ist der 26.März 2010, Internetbenutzer Jörg W. (Name von der Redaktion geändert) erhält per Email ein geschäftliches Dokument in einem ihm unbekannten Format. Eine kurze Recherche im Internet (eine so genannte “Google-Suche”) ergibt, dass es sich bei dem fraglichen Dokument um ein so genanntes “Open Document Format” handelt.
Die Experten von »Eingetippt investigativ« raten bereits hier zu höchster Vorsicht. Das so genannte “Open Document Format” ist eine illegale Kopie des DOCX-Formates für Computer. Firmen, die keine korrekten DOC-Dateien verschicken können, sollte generell misstraut werden.
Jörg W. hingegen entschließt sich, das zum Öffnen des Dokuments erforderliche Programm “OpenOffice.org” aus dem Internet herunterzuladen. Diese schicksalhafte Entscheidung wird sich schon bald als verhängnisvoll erweisen!
Die Experten von »Eingetippt investigativ« raten auch hier zu höchster Vorsicht. Bei dem Programm “OpenOffice.org” handelt es sich um ein so genanntes “Open Source Programm”, eine illegale Kopie des normalen Office-Programms für Computer, das von Unbekannten entwickelt wird, die bei keinem seriösen Unternehmen beschäftigt sind. Diese Personen wollen darüber hinaus den Eindruck erwecken, derartige Programme wären legal ohne Bezahlung im Internet erhältlich. Das ist natürlich absoluter Unfug.
Jörg W. recherchiert (so genanntes “Googeln”) nach “Open Office Download” und wird auf dem freundlichen Portal Hypersoftware schnell fündig. Nach Eingabe seiner Adresse kann er schon wenige Sekunden später das Programm herunterladen und das Dokument bearbeiten.

Bremen, 29. April 2010. Jorg W. hat seinen Download schon lange vergessen, benutzt wieder das normale Textprogramm und freut sich seines bescheidenen aber glücklichen Lebens, als plötzlich ein Email seine Idylle stört. Darin wird er aufgefordert, die Gebühr für den Zugriff auf das Downloadportal Hypersoftware zu bezahlen – immerhin 84€!
Jörg W. fällt aus allen Wolken – hatte er doch gemeint, das Programm sei kostenlos! Nach Beratung mit einigen Kollegen schickt er ein Widerspruchsschreiben an Hypersoftware und meint, damit wäre die Angelegenheit erledigt. Doch wieder irrt Jörg W.!
Bremen, 10. Mai 2010. Jorg W. arbeitet gerade im Garten als ein weiteres Schreiben von Hypersoftware eintrifft. Eine Letzte Mahnung, die ihn unmissverständlich auffordert, die inzwischen 89€ zu bezahlen – widrigenfalls ein Inkassobüro eingeschaltet werde. Jörg W. beschließt, dieses Schreiben zu ignorieren. Welch ein grauenhafter Irrtum!
Er meint, damit davongekommen zu sein und kehrt zu seinem normalen, beschaulichen Leben zurück. Doch Jörg W. ahnt nicht, welche Katastrophe sich in dieser Zeit über seinem Kopf zusammenbraut.
Bremen, 7. Oktober 2010. Jorg W. genießt die letzten Strahlen der Herbstsonne als plötzlich:
Ein Inkassobüro schreibt Jörg W. einen weiteren Drohbrief mit der Aufforderung, die inzwischen aufgelaufenen 132,37€ zu zahlen. Jörg W. ist zu Recht verzweifelt – er fürchtet um seine Schufa-Auskunft, seinen Ruf und seinen Seelenfrieden.
Die Experten von »Eingetippt investigativ« raten dringendst: Machen Sie nicht den gleichen Fehler wie Jörg W.! Laden Sie keine so genannte “Open Source Software” aus dem Internet herunter. Machen Sie sich nicht schuldig! Kaufen Sie ihre Programme im autorisierten Fachhandel und verzichten Sie auf zwielichtige Angebote!
Gleichzeitig setzen sich die Schirmherren unserer Blogreihe, Jeeve Stobs und Gill Bates für ein EU-weites Gesetz ein, welches das Anbieten so genannter “Open Source Software” unter Strafe stellt und damit solche Tragödien bereits im Ansatz verhindern kann.
Disclaimer: Warnung, dieser Post könnte hohe Dosen von Ironie und Sarkasmus sowie Anspielungen auf aktuelle TV-Produktionen enthalten. Wer wirklich auf einen Abofallen-Abzocker hereingefallen ist, tut weiterhin am besten daran, nach einmaligem Widerspruch die gesamte Kommunikation in der Recyclingtonne verschwinden zu lassen. Erst wenn ein Gerichtlicher Mahnbescheid ergehen sollte, ist ein kurzer, zeitgerechter Widerspruch angesagt.
Alternativ dazu kann man ein Killerkommando chartern und dem Betreiber der Abofalle ein Ständchen bringen lassen.
Update: Auch OpenOffice selbst unternimmt etwas gegen die Abofallenabzocker.
Update2: Und wirklich: Es gab noch ein Nachspiel!








