Abgeschnitten, isoliert, verbannt!

24.05.2011 21:07 von /cbx

Das soll keine Anspielung auf mein gestriges Schweigen sein – unser Aufenthalt im entlegenen Hausruckviertel hat sich etwas länger hingezogen und meine literarischen Ambitionen waren danach nicht mehr allzu stark ausgeprägt.

Und doch passt das gleißende Weiß des leeren Displays vor mit perfekt in das Bild der sinkenden Zugriffszahlen und allgemeinen intellektuellen Verarmung hier. Um das Thema “intellektuelle Verarmung” argumentativ hinreichend zu untermauern, möchte ich dann auch hier und jetzt das literarische Schweizermesser für den minderbegabten Freizeitintellektuellen zücken und den alten Herrn (nein, ausnahmsweise nicht Nietzsche) de Saint-Exupéry aus der Mottenkiste kramen. Ich fühle mich wie der kleine Prinz auf seinem Asteroiden. Etwas abgeschnitten.

Der eine oder andere mag sich vielleicht schon gefragt haben, ob die wiederholten Drohungen diverser Bösewichtel mir etwa den Spaß an meinen “locker-launigen” Reportagen zu dummen und dümmsten Betrugsversuchen per Email verdorben haben – fand sich doch derlei investigativ-Unterhaltsames schon länger nicht mehr im Portfolio.

“Mitnichten!”, möchte ich ausrufen, “Der wahre Grund wiegt weitaus schwerer als pure Bauchbefindlichkeit.”

Ich bekomme keinen Spam mehr!

Wie ich das geschafft habe? Haha! “Mein Volk, hörrrrrrt meinen Plannn zorrr Endlösong derrr Spammmmfrrrage!” (Habe ich erwähnt, dass wir gestern einen Abstecher nach Braunau unternommen haben?) Auf Neuösterreichisch: “Es is, bitteschön, gaaanz einfach!”

Ich wurde geblacklisted! Von den Spammern! Die professionellen Spammer (ich meine damit alle außer den lernresistenten Nigerianern und den “v1A.gRa”-Idioten) haben ein sehr gut funktionierendes Blacklist-System, mit dem sie vermeiden, ihre wertvollen Elaborate direkt in die Honeypots der Spamfänger und Strafverfolger gelangen. Und genau auf einer dieser Blacklists bin ich wohl gelandet. Da müssen sich einige Leute durch meine umfassenden, schnellen und klaren Aufklärungen doch ziemlich angepisst gefühlt haben.

Das also ist das Patentrezept gegen Spam: Jedes Spam-Mail sofort mit einem bitterbösen und/oder spöttischen Kommentar veröffentlichen (möglichst so, dass es gut gugelt) und schon ein halbes Jahr später herrscht drückende Totenstille in der Spamschublade. Herrlich, diese Ruhe.

Nur schade, dass ich damit auch meine besten Themen- und Quotenbringer verloren habe.

/cbx, Kategorie: Rant & Grant - Leichtes Leben


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Eigener Senf dazu?

  1. Hans Moser gab am 24. Mai 2011, 22:30 folgenden Senf dazu:

    Glückwunsch und Beileid.
    Ohne Feindbilder lebt es sich manchmal schwerer ;)

    /cbx meint dazu:

    Ich weiß auch nicht, ob ich jubeln oder jammern soll...

  2. Thora gab am 25. Mai 2011, 08:21 folgenden Senf dazu:

    Also an Emailadressen sollte es eigentlich nicht mangeln. Zur Not kannst du eine neue Domain aufmachen…

    /cbx meint dazu:

    Das könnte ich natürlich, aber
    1) wäre das nicht "original" und
    2) dauert das ja Wochen oder Monate bis ich wieder so guten Spam bekomme.
    Ich darf daran erinnern, dass ausgewiesene Vollpfosten wie Mark Sander auch nur Viagra, Nigeria und russische Datingseiten bekommen?

  3. Kraska gab am 25. Mai 2011, 09:48 folgenden Senf dazu:

    Glückwunsch zum Backlisting. – Machs doch mal umgekehrt: Schreib Spams an die Welt…

    /cbx meint dazu:

    Mach ich doch schon lange! Dafür habe ich mir extra einen Blog zugelegt...

  4. ernst gab am 25. Mai 2011, 10:03 folgenden Senf dazu:

    Tja, schon traurig, wenns einem keiner mehr privat besorgt. – Geht mir auch so. Für ganz großen Druck gibts aber noch die öffentlichen: Die PKV-Betrugsmasche ist wieder aktiv, scheinbar unverändert.

    /cbx meint dazu:

    Oder man hält sich an die Verbrecher und Betrüger deren hanebüchene Schweinereien täglich in den Zeitungen stehen.