Und damit meine ich nicht Christian von Boetticher, sondern mich selbst. Aber keine Angst, ich bin nicht vom Ex-Pädagogen zum Neo-Pädophilen gedriftet, ich bin derzeit einfach beides in Personalunion.
Wie bereits gestern angedeutet, habe ich ja quasi sturmfreie Bude, da mein Zentralgestirn sich noch (hoffentlich nicht mehr lange) im Ausland aufhält. Weil außerdem vor einer knappen Stunde Feuerwehr, Notarzt und Polizei auch den letzten Langschläfer in meinem Geddo aus den Federn geholt haben, nutze ich die doppelt günstige Gelegenheit, mal wieder die Fensterscheiben ein bissl klirren zu lassen.
Dazu habe ich mir eben die alten P.U.L.S.E.-DVDs heraus gekramt und lasse meine Magnat-Säulen jetzt zeigen, was sie noch drauf haben. Zu meiner Überraschng muss ich sagen, dass mich die Musik von Pink Floyd immer noch sehr begeistert – und jetzt weiß ich nicht, ob ich das gut finden soll.
Ich höre das Zeug, seit ich einen Plattenspieler besitze, habe mir vermutlich alle LPs (falls das noch jemand kennen sollte) gekauft und die wichtigsten Alben später auch nachdigitalisiert (mithin der Hunger leidenden Musikindustrie ein doppeltes Almosen beschert). Ich kenne nicht nur “Shine On You Crazy Diamond” (→Default-Assoziation 1980: “Multimedia-Diashow in Überblendtechnik”), sondern auch exotischere Frühwerke aus der Zeit mit Syd Barrett wie “Interstellar Overdrive”, “Arnold Layne” oder “Astronomy Domine”, aber auch “Echoes” (meine Eltern waren damals begrenzt begeistert) und möchte mich deshalb durchaus als Fan und Kenner bezeichnen.
Damit allerdings begebe ich mich in etwas zweifelhafte Gesellschaft von alten Fürzen, die in ihren versteinerten Schädeln inzwischen so weit von der Gegenwart entfernt sind, dass sie glauben, sich als Pink Floyd Fan zu bezeichnen würde sie irgendwie modern und cool (Staub! #HUST#) erscheinen lassen. Andererseits kann ich kein echter Hardcore-Fan sein, weil ich auch der Meinung bin, dass “The Division Bell” zu den besten Alben gehört, obwohl der Heilige Steve Jobs Roger Waters da schon nicht mehr an Bord war. Sonst würde ich mir ja auch kaum P.U.L.S.E. anhören, wo es von “neuen” Tracks nur so wimmelt.
Sollte sich der eine oder andere Leser jetzt fragen, warum ich diesen ganzes Sülz hier zusammenschreibe – ich habe keine Ahnung – mir war einfach danach. Die Moral von der Geschicht’? Weiß ich nicht. Vielleicht, dass man manchmal zu seinen Vorlieben stehen soll, auch wenn sie populär, billig und mehrheitsfähig sind? Oder dass Musik automatisch gut wird, wenn sie nur laut genug ist? Dass früher alles besser war? Dass ich inzwischen auch ein alter Furz mit versteinertem Schädel bin? Nichts davon? Alles? Nun, das zu entscheiden bleibt Euch überlassen.
Vielleicht findet sich ja unter meinen 6.9 (Urlaubszeit) Lesern auch noch jemand, der diese Musik auch einfach nur so gut findet.





Kraska gab am 28. August 2011, 22:48 folgenden Senf dazu:
Jetzt komm ich durcheinander – Pink Floyd? Bist Du da nicht ein bisserl zu JUNG für?
/cbx meint dazu:
Hach! Jetzt fühle ich mich fast wieder wie ein pickliger Teenie. Naja, um ehrlich zu sein, die Syd Barrett-Zeit habe ich nicht live erlebt (vielleicht auch besser so) aber ab "Animals" war ich live dabei. Ich bin älter als Du glaubst und war frühreifer als gedacht...
oachkatz gab am 29. August 2011, 11:42 folgenden Senf dazu:
“Einfach nur so gut” fand ich sie nie, nicht mal “einfach gut” und mein Zusammenleben mit einem Pink Floyd Fan ist zwar nicht daran gescheitert, hätte aber sein können. Pink Floyd-Musik geht auf die Nerven, ist was für Männer, ist technisch und war schon immer zeitgeistig, ABER “populär, billig und mehrheitsfähig”, das ist sie nicht.
/cbx meint dazu:
Wohl wahr. Ja, die Frauen, die sind bei den PF-Fans ziemlich unterrepräsentiert. Ob Speedmetal, Goa oder House, geht alles, aber bei Pink Floyd fällt bei sehr vielen Frauen die Brandschutzklappe. Mein Zentralgestirn empfiehlt mir auch mit stummer Geste den Kopfhörer, wenn ich mich denn mal in ihrer Gegenwart meinem Bedarf an klassischer Musik nachkomme. Dann wohl lieber James Taylor?
oachkatz gab am 29. August 2011, 20:55 folgenden Senf dazu:
Ja, James Taylor ist nicht schlecht, kenne ich aber nicht im Detail. Helden sind: Bob Dylan, Tom Waits und die Doors. Alte Helden jedenfalls.
/cbx meint dazu:
Und so schließt sich der Kreis. Tom Waits und von mir aus auch Bob Dylan - einverstanden. Aber mit den Geräuschemissionen von Jim Morrisons Kiffertruppe kannst Du nun wiederum mich zu so manchem Flucht-Marathon antreiben. Aber ich verstehe auch Thelonious Monk und John Coltrane nicht.
Ist doch schön, dass die Menschen irgendwie unterschiedlich sind...