Mal wieder "Andere Betrüger"

03.09.2011 16:00 von /cbx, derzeit 2.2320 Kommentare

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Das gab’s hier schon lange nicht mehr – Andere Betrüger. Überhaupt glaube ich fast, mein Mojo verloren zu haben, mir will nichts recht Gescheites oder Witziges mehr gelingen. Wenn das so weitergeht, muss ich wohl mit dem Bloggen aufhören und mich auf meine Haupterwerbstätigkeit rückbesinnen oder – schlimmer noch – als Journalist bei Telepolis anheuern.

Doch noch ist es nicht so weit. Dafür sorgen wenigstens gelegentlich noch meine Informellen Mitarbeiter, auch wenn deren Beitrag stetig im Sinken begriffen ist. Meine ich damit diese alten Kamellen?

Wir bieten Dir die Möglichkeit, einfach von 2000 bis 8000 Euro im Monat zu verdienen. Du kannst diese Arbeit mit Deinem jetzigen Job vereinbaren! Für die Arbeit bei uns wirst Du nicht mehr als 2-3 Stunden pro Tag 1-2 Mal in der Woche aufwenden. Für jeden erledigten Auftrag, der bei Dir nicht mehr als 3 Stunden in Anspruch nehmen wird, wirst Du von 600 bis 1600 Euro erhalten.

Meine ich diese besorgniserregende Mitteilung?

Sehr geehrter Kunde,
Wir erkannten unregelmäßige Aktivitäten auf Ihrem Verified by Visa und MasterCard SecureCode Internet-Banking-Konto auf 18/08/2011.
Zu Ihrem Schutz und notwendig, um dies zu überprüfen Aktivität, bevor sie auch weiterhin den Einsatz Konto.
Bitte laden Sie das Dokument im Anhang zu dieser E-Mail an den Aktivitäten Ihres Kontos zu überprüfen.
Wir werden die Aktivitäten auf Ihrem Konto überprüfen mit Ihnen und zu überprüfen, und wird uns erlauben, die Beschränkungen auferlegt beseitigen Ihr Konto.
Wenn Sie auf unsere Anfrage zu ignorieren, wählen wir temporaly aber zu suspendieren Ihrem Konto.
Wir bitten Sie, mindestens 48 Stunden für den Fall zu ermöglichen untersucht, und Sie sollten Ihr Konto bei, dass der Check Zeit.

Also bei mir erregt diese Nachricht allergrößte Besorgnis, wenn ich mir vorstelle, dass es hier mitten unter uns Menschen geben dürfte, die dieses Gewaltverbrechen an der deutschen Sprache für authentisch halten.

Doch nein, derlei alltägliches Grauen holt selbst mich nicht mehr hinter der Klimaanlage hervor. Es ist ein neues Schreiben:

From: Ramada Pamplov <uzi497@yahoo.com>
Subject: “Geld Verdienen und Gutes Tun!”

Sehr geehrter Herr,

wie sie sicher auch schon aus den Medien entnommen haben, ist es seit dem 2011/09/01 verboten, nichtbrennbare Glühbirnen in der Europäischen Union in Verkehr zu bringen und zu verkaufen. Dieses Verbot bringt viele in eine katastrophische Situation die Lampen besitzen die in dem Betrieb mit nichtbrennbare Glühbirnen betrieben werden müssen.

Aus diesem Grund haben sich Namhafte Hersteller von nichtbrennbare Glühbirnen zusammen geschlossen eine Lösung für diese Probleme zu erarbeiten. Es wird dies mit einer Methode erreicht, die eine Menge an vertrauensvollen Mitarbeitern benötigt weil es ist sozusagen “unter dem Radar” der Strafverfolgung aber vollkommen legal in der Bundesrepublik Deutschland.

Wenn sie glauben dass sie genug vertrauensvoll sind für diese Arbeit, können sie in einer Woche über 1500 Euro verdienen mit einer ganz einfachen Arbeit und gleichzeitig tun sie eine gute Tat.

Wenn sie Interessiert sind an dieser Arbeit schreiben sie mit ihren genauen Namen, email Adresse und Telephon Nummer an:

lightbulb1278@yahoo.com.hk

Wir werden in schneller Zeit auf sie zurück kommen und alle Fragen beantworten. Handeln sie jetzt! Die Anzahl von Arbeit ist begrenzt!

Ein bissl gruselt mir schon angesichts der Tatsache, dass es scheinbar auch brennbare Glühbirnen geben muss. Vor allem aber die aufschlussreiche Bemerkung, man benötige vertrauensvolle Mitarbeiter, ist wohl ehrlicher als geplant. Tja, es sind die Tücken der Sprache, die den gravierenden Unterschied zwischen vertrauenswürdig und vertrauensvoll schon mal unter den Tisch fallen lassen. Für eine Finanzagententätigkeit (die ich wenig originell dahinter vermute) braucht man ohnehin beides, nämlich Leute, die vertrauensvoll genug sind, ihre “Arbeitgeber” für vertrauenswürdig zu halten.

Ansonsten finde ich die Story schon sehr gut gemacht, mit Zeitbezug, mit eingebauter Motivation, einem kleinen bissl Subversion und der Möglichkeit, den Großkopferten in Brüssel ein wenig ans fein bezwirnte Bein zu biseln.

Insofern würde es mich nicht wundern, wenn nicht einmal wenige sich auf dieses Angebot einließen…

/cbx, Kategorie: Andere Betrüger - Schöngeistlos

 

Eigener Senf dazu?

  1. ernst gab am 3. September 2011, 17:10 folgenden Senf dazu:

    Die Masche an ist ja schon beinahe rührend altmodisch. Allein schon die Zumutung, man möge seine Daten nach Hongkong schicken. Auch wenn der Spammer ein paar aktuelle Bezüge einbaut, ist der/die wohl keine große Leuchte, eher ein heat bulb.

    Am besten gleich den Missbrauch bei Yahoo melden. – Führt im Wiederholungsfalle zur Sperrung des Emailkontos; nicht gerade die Endlösung, entschleunigt aber den Spam etwas. Der Spammer muss sich dann wenigstens (vermutlich sogar händisch, hehe) ‘ne neue Emailadresse besorgen.

    /cbx meint dazu:

    Ach ernst, Du Spielverderber. Also ich fand's lustig ;-)

  2. DerIgel gab am 5. September 2011, 11:56 folgenden Senf dazu:

    Ich glaube ja, dass diese E-Mail durchaus ernst zu nehmen ist. Auch in unserer Firma müssen wir mit der katastrophischen Situation leben. Wir haben sogar schon versucht, die nichtbrennbaren Glühbirnen zu verbrennen. Leider ohne Erfolg. Ich werde mich sicher mal melden, falls noch genug Anzahl von Arbeit da ist. Wunderbar! :)

    Ich liebe das Wort “katastrophisch” und musste gerade mit Entsetzen feststellen, dass es tatsächlich im Duden steht.. Wortschatz erweitert. Oo

    /cbx meint dazu:

    Ich nehme dieses Mail sogar sehr ernst! Ich forsche gerade der Verschwörung hinterher, die uns die Existenz nichtbrennbarer Glühbirnen verheimlicht hat.

    Und was "katastrophisch" betrifft: Der Vorteil von Wörterbuchübersetzungen ist, dass man immer wieder mal neue Wörterbuchwörter lernt...